banneux

Seit vielen Jahren (Jahrzehnten) wallfahren wir von St. Marien aus in den bekannten Wallfahrtsort Banneux in Belgien.

Im Jahr 1933 war der 20 Kilometer von Lüttich entfernt auf den Höhen der Ardennen gelegene Ort ein Dorf von 325 Einwohnern. Am 15. Januar hatte die elfjährige Mariette Beco zum ersten Mal die Erscheinung einer lichtstrahlenden Frauengestalt. In insgesamt acht Erscheinungen bis zum 2. März sagt die Lichtgestalt dem Mädchen, sie sei „die Jungfrau der Armen“ und gekommen, um „Leid zu lindern“. Sie zeigt dem Kind im Wald eine Quelle, die sie ausdrücklich „für alle Nationen“ und „für die Kranken“ bestimmt.

Nach sorgfältigen Prüfungen erkennt der Bischof von Lüttich 1949 die Erscheinungen an. 1985 besucht Papst Johannes Paul II. Banneux. Es mag die Schlichtheit der Botschaft von Banneux sein, die bis heute die Menschen anzieht. Die Erscheinung nennt sich „Jungfrau der Armen“.

Bis heute bemühen sich der Wallfahrtsort und die zwölf dort angesiedelten Orden diese Bescheidenheit zu bewahren. Im August 1933 wurde eine kleine Kapelle gebaut, 1937 entsteht ein offener Platz für 10 000 Menschen, umrahmt von zwei langgestreckten Kapellen. Auf den Bau einer Basilika wurde verzichtet, erst 1984 entstand am Rand der Pilgerzone ein einfacher Gottesdienstraum für 5 000 Pilger.

Die Pilger gehen im „Heiligen Bezirk“ einen Rundweg. Er beginnt an der kleinen Kapelle, die an der Stelle der ersten Erscheinung steht. Unter einem lang gezogenen Dach brennen hunderte von Opferkerzen. Etwa 100 Meter weit ist dann der Weg zur Quelle, an der die Menschen ihre Hände eintauchen, das Gesicht benetzen und das Wasser in Flaschen abfüllen.

Weiter geht der Weg durch den Wald zur kleinen Michaelskapelle, dem Schutzpatron Deutschlands geweiht – eine Nachbildung der Kapelle von Röhndorf, dem Wohnort Konrad Adenauers, der in den fünfziger Jahren den Bau dieser Kapelle tatkräftig unterstützt hat.

An einem modernen Kreuzweg aus beleuchteten Glasfenstern vorbei, gelangt man schließlich zu dem Missio-Pavillon. Missio Belgien und Missio Aachen zeigen eine Dauerausstellung über Missionsaktivitäten und verkaufen kunstgewerbliche Artikel aus den Ländern des Südens.

An Wochentagen ist um 10.30 Uhr eine Pilgermesse, den Tag über werden Dia-Vorträge und Andachten angeboten.

Zentraler Punkt ist die Krankensegnung um 15 Uhr. In Prozession segnen die Priester jeden einzelnen Kranken. Die Sorge um die Kranken sieht das Pilgerzentrum als eine wichtige Aufgabe. Bis zu 230 kranke oder behinderte Menschen können im „Hospitalité des Malades“ untergebracht werden.